Was ist Citronelli? Ein sonnengelber, intensiver Zitronenlikör nach italienischer Art – quasi der leichtere, frischere Cousin des Limoncello. Dieses Citronelli Rezept zeigt dir, wie du den Likör mit unbehandelten Bio-Zitronen, hochprozentigem Alkohol und selbstgekochtem Zuckersirup ganz einfach zu Hause herstellst. Das Ergebnis: ein aromatischer Hauslikör, der eiskalt serviert zum krönenden Abschluss jedes Menüs wird.
Das Prinzip ist denkbar einfach: Die ätherischen Öle sitzen in der äußersten Schicht der Zitronenschale. Lässt man diese Schalen in Alkohol ziehen, lösen sich die Aromen vollständig heraus. Anschließend wird der Ansatz mit einem milden Zuckersirup abgerundet und darf in Flaschen reifen, bis er rund und vollmundig schmeckt.
Wichtig vorweg: Citronelli ist ein alkoholischer Likör und nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet. Für ihn gelten die gleichen Regeln wie für jeden selbstgemachten Likör – verantwortungsvoll genießen und kühl, dunkel und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Was ist Citronelli?
Citronelli stammt aus der Familie der italienischen Zitrusliköre. Während der klassische Limoncello aus der Amalfiküste durch einen sehr hohen Alkoholgehalt und eine ausgeprägte Bitternote besticht, ist Citronelli bewusst milder, fruchtiger und leichter konzipiert. Der Name ist eine liebevolle Verkleinerungsform von „Citro“ – dem italienischen Wortstamm für Zitrone.
Traditionell wird Citronelli wie ein Digestif serviert: eiskalt, in kleinen Gläsern, nach einem guten Essen. Sein Aroma ist rein und klar, weil nur die äußerste Schicht der Schale verwendet wird. Die weiße Haut unter der Schale bleibt draußen – sie würde den Likör bitter machen.
Wie unterscheidet sich Citronelli von Limoncello?
Beide Liköre teilen die gleiche Grundidee, unterscheiden sich aber in Alkoholstärke, Süße und Reifezeit. Die folgende Übersicht zeigt die Unterschiede auf einen Blick:
| Merkmal | Citronelli | Limoncello |
|---|---|---|
| Charakter | Fruchtig, mild und frisch | Intensiv, herb und kräftig |
| Alkoholgehalt | Etwa 25–30 % vol. | Oft 30–35 % vol. |
| Süße | Ausgewogen, dezent süß | Deutlich süßer |
| Ziehzeit | 7–14 Tage | Oft 30 Tage und mehr |
| Servierart | Eiskalt als Digestif | Eiskalt als Digestif |
Zutaten für das Citronelli Rezept
Für etwa einen Liter Citronelli brauchst du nur fünf Zutaten. Die Qualität der Zitronen entscheidet über das Ergebnis, denn ihr Aroma trägt den gesamten Likör.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Bio-Zitronen, unbehandelt | 8 Stück (nur die Schale) |
| Alkohol 96 % oder Wodka | 500 ml |
| Zucker | 400 g |
| Wasser | 600 ml |
| Vanilleschote (optional) | 1 Stück |
Die Zitronen: Verwende ausschließlich unbehandelte Bio-Zitronen. Nur ihre Schale ist frei von Wachsen und Pestiziden – und nur die äußerste, gelbe Schicht enthält die aromatischen Öle. Die weiße Haut darunter schmeckt bitter und gehört nicht in den Ansatz.
Der Alkohol: Ideal ist neutraler Alkohol mit 96 % aus der Apotheke oder dem Spirituosenhandel, weil er die Aromen am besten herauslöst. Alternativ funktioniert hochwertiger, geschmacksneutraler Wodka – dann wird der Likör etwas milder und der Alkoholgehalt niedriger.
Der Zucker: Feiner Haushaltszucker löst sich am besten im Sirup. Rohrohrzucker funktioniert ebenfalls, verleiht dem Likör aber eine leicht karamellige Note und eine dunklere Farbe.
Schritt-für-Schritt Zubereitung
Zitronenschalen in Alkohol ansetzen
Zitronen vorbereiten: Wasche die Bio-Zitronen gründlich unter heißem Wasser und trockne sie ab. Ziehe die Schale mit einem Sparschäler oder Zestenreißer in dünnen Streifen ab – achte darauf, dass möglichst keine weiße Haut mitkommt.
Ansetzen: Gib die Schalen in ein großes, sauberes und verschließbares Glasgefäß. Gieße den Alkohol darüber, sodass alle Schalen bedeckt sind, und verschließe das Gefäß luftdicht. Die optionale, aufgeschlitzte Vanilleschote kannst du jetzt dazugeben.
Ziehen lassen: Stelle den Ansatz 7 bis 14 Tage an einen dunklen, kühlen Ort. Schwenke das Glas alle zwei bis drei Tage vorsichtig, damit sich die Aromen gleichmäßig lösen. Der Alkohol färbt sich dabei intensiv gelb – ein gutes Zeichen.
Zuckersirup kochen und abfüllen
Abseihen: Gieße die Infusion durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch in einen sauberen Topf oder Krug. Drücke die Schalen gut aus, damit kein Aroma verloren geht. Die Schalen kannst du anschließend entsorgen.
Sirup kochen: Koche Wasser und Zucker in einem Topf auf und lasse den Sirup etwa 5 Minuten sanft simmern, bis er klar ist. Nimm den Topf vom Herd und lasse den Sirup vollständig abkühlen – warmer Sirup würde die feinen Aromen zerstören.
Vermischen und abfüllen: Rühre den kalten Sirup unter die Zitroneninfusion und schmecke ab. Wer es süßer mag, kocht noch etwas Sirup nach; wer es kräftiger mag, verlängert die Ziehzeit beim nächsten Mal. Fülle den Citronelli in sterilisierte Flaschen und verschließe sie fest.
Reifen lassen: Lasse die Flaschen mindestens zwei Wochen kühl und dunkel reifen. In dieser Zeit verbinden sich Alkohol, Zucker und Aroma zu einem runden, harmonischen Likör. Serviere ihn danach eiskalt – am besten aus dem Tiefkühler.
Tipps und Tricks für perfekten Citronelli
- Nur die gelbe Schale verwenden: Die weiße Haut macht den Likör bitter. Schäle deshalb lieber zu dünn als zu dick und schneide sichtbare weiße Stellen weg.
- Geduld bei der Ziehzeit: Sieben Tage sind das Minimum, 14 Tage das Optimum. Kürzer wird der Likör flach, deutlich länger kann er herb werden.
- Flaschen sterilisieren: Spüle die Flaschen mit kochendem Wasser aus oder stelle sie 15 Minuten bei 120 °C in den Ofen. So bleibt der Likör lange haltbar.
- Dunkel und kühl lagern: Licht und Wärme schaden dem Aroma. Ein Keller oder ein dunkler Schrank ist ideal; geöffnet hält sich Citronelli mehrere Monate.
- Eiskalt servieren: Stelle die Flasche einige Stunden vor dem Servieren ins Gefrierfach. Kleine Gläser aus dem Tiefkühler machen den Genuss perfekt.
- Verantwortungsvoll genießen: Citronelli enthält Alkohol und ist nur für Erwachsene ab 18 Jahren bestimmt. Bewahre ihn außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
Leckere Variationen zum Ausprobieren
Citronelli mit Vanille: Die Vanilleschote aus der Zutatenliste verleiht dem Likör eine weiche, runde Note. Alternativ funktioniert eine halbe aufgeschlitzte Tonkabohne – aber sparsam dosieren, sie ist sehr intensiv.
Milder Citronelli mit Wodka: Wer den vollen Alkoholgeschmack scheut, setzt die Schalen statt in 96-prozentigem Alkohol in hochwertigem Wodka an. Das Ergebnis ist weicher und eignet sich auch gut als Basis für Cocktails.
Citronelli-Spritz: Ein Schuss Citronelli auf Eis mit Prosecco aufgegossen und mit einer Zitronenzeste garniert – ein erfrischender Aperitif für warme Sommerabende.
Weitere Liköre aus der eigenen Küche: Wenn dir selbstgemachte Liköre gefallen, probiere unbedingt auch unser Eierlikör Likör Rezept mit Vanille – cremig, weich und ein Klassiker für die Festtage.
Dazu passt als Dessert: Zu einem eiskalten Citronelli schmeckt ein cremiges Dessert besonders gut. Unser Eierlikör Tiramisu verbindet Kaffee, Creme und Liköraroma zu einem eleganten Abschluss für Gäste.
FAQ
Wie lange ist selbstgemachter Citronelli haltbar?
Ungeöffnet und kühl sowie dunkel gelagert hält sich Citronelli problemlos ein bis zwei Jahre. Nach dem Öffnen solltest du ihn innerhalb von sechs bis zwölf Monaten aufbrauchen. Trübt sich der Likör oder verändert er Geruch und Geschmack, entsorge ihn lieber.
Kann man Citronelli auch mit Wodka statt 96-prozentigem Alkohol machen?
Ja, das funktioniert sehr gut. Hochwertiger, neutraler Wodka löst die Aromen ebenfalls heraus, allerdings etwas langsamer – plane dann eher 14 Tage Ziehzeit ein. Der fertige Likör wird milder und hat einen niedrigeren Alkoholgehalt, was viele als angenehmer empfinden.
Warum wird mein Citronelli bitter?
Fast immer liegt es an der weißen Haut der Zitrone, die mit in den Ansatz gekommen ist. Sie enthält Bitterstoffe, die sich im Alkohol lösen. Achte beim nächsten Mal darauf, nur die dünne gelbe Schicht abzuziehen. Auch eine zu lange Ziehzeit von deutlich über drei Wochen kann Bitterkeit verstärken.
Muss Citronelli nach dem Abfüllen noch reifen?
Unbedingt – das ist der wichtigste Schritt für ein rundes Ergebnis. Direkt nach dem Vermischen schmeckt der Likör noch kantig und alkoholisch. Nach mindestens zwei Wochen Reifezeit verbinden sich die Komponenten, und der Citronelli wird weich, fruchtig und harmonisch.
Fazit: Citronelli selber machen lohnt sich
Dieses Citronelli Rezept beweist, dass ein hochwertiger Zitronenlikör keine Hexerei ist: unbehandelte Bio-Zitronen, guter Alkohol, etwas Geduld beim Ziehen und Reifen – mehr braucht es nicht. Das Ergebnis übertrifft jeden gekauften Likör an Frische und Aroma.
Plane die Ziehzeit von ein bis zwei Wochen fest ein und lasse den Likör danach noch reifen. Belohnt wirst du mit einem sonnengelben, eiskalt servierten Digestif, der Gäste beeindruckt und sich auch wunderbar verschenken lässt. Salute und viel Freude beim Genießen – verantwortungsvoll, versteht sich.
Citronelli (Zitronenlikör)
Zutaten
- 8 Bio-Zitronen unbehandelt, nur die gelbe Schale ohne weiße Haut
- 500 ml Alkohol 96 % oder Wodka geschmacksneutral
- 400 g Zucker feiner Haushaltszucker
- 600 ml Wasser für den Zuckersirup
- 1 Vanilleschote optional, aufgeschlitzt
Anleitungen
- Bio-Zitronen heiß waschen und trocknen. Mit einem Sparschäler die gelbe Schale dünn abziehen – keine weiße Haut mitnehmen.
- Schalen in ein großes, verschließbares Glas geben und mit dem Alkohol übergießen. Luftdicht verschließen und 7 bis 14 Tage dunkel ziehen lassen, alle 2–3 Tage schwenken.
- Infusion durch ein feines Sieb oder Mulltuch abseihen und die Schalen gut ausdrücken.
- Wasser und Zucker aufkochen und 5 Minuten simmern lassen, bis der Sirup klar ist. Vollständig abkühlen lassen.
- Kalten Sirup unter die Zitroneninfusion rühren und abschmecken. In sterilisierte Flaschen füllen und fest verschließen.
- Mindestens 2 Wochen kühl und dunkel reifen lassen. Eiskalt – am besten aus dem Tiefkühler – servieren.




