Tiefrote Brühe, zartes Rindfleisch, süße Rote Bete und feiner Weißkohl – dieses Borsch Suppe Rezept holt den berühmten Borschtsch aus Osteuropa direkt in deine Küche. Die Suppe ist herzhaft und wärmend, dabei überraschend ausgewogen: süßlich von der Roten Bete, würzig vom Rind, mit einem frischen Klecks Schmand und Dill obendrauf.
Borschtsch gehört in Russland, der Ukraine und Polen zum festen Familienrepertoire – dort hat jede Großmutter ihr eigenes Geheimrezept, und über die „richtige“ Zubereitung wird leidenschaftlich diskutiert. Eines gilt aber überall: Ein guter Borschtsch braucht Zeit. Die Brühe köchelt gemütlich vor sich hin, während du in Ruhe das Gemüse schnippelst – der Topf erledigt den größten Teil der Arbeit ganz von allein.
Keine Sorge vor der Zutatenliste: Rote Bete, Weißkohl, Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln bekommst du in jedem Supermarkt, und die Zubereitung folgt einem klaren Ablauf, der fast nichts falsch machen lässt. In gut zwei Stunden steht eine Suppe auf dem Tisch, die nach viel mehr Aufwand schmeckt – perfekt für den Herbst und Winter.
Was Borschtsch eigentlich ist
Borschtsch ist der Klassiker unter den osteuropäischen Eintopfsuppen: eine kräftige Brühe mit Roter Bete als Farb- und Geschmacksgeber, dazu Weißkohl, Kartoffeln und je nach Region Rindfleisch oder Schweinefleisch. Seinen Namen hat die Suppe von der Roten Bete – in manchen Sprachen heißt sie schlicht „die Rote“. Serviert wird sie traditionell mit einem Klecks Schmand und frischem Dill, dazu Schwarzbrot oder Knoblauchbrötchen.
Verwechsle Borschtsch nicht mit einer einfachen Rote-Bete-Suppe: Die ist meist püriert und cremig, während Borschtsch eine stückige, herzhafte Suppe mit Einlage ist. Genau dieser deftige Charakter macht ihn so beliebt – er sättigt wie ein Eintopf, wärmt von innen und schmeckt am zweiten Tag sogar noch besser.
Die drei Säulen eines guten Borschtsch
Drei Dinge entscheiden, ob aus deiner Suppe ein wirklich guter Borschtsch wird. Wenn diese drei stimmen, ist der Rest reine Routine – versprochen.
| Säule | Darum geht es |
|---|---|
| Die Brühe | Sanft gekochte Rinderbrühe – das kräftige Fundament der Suppe |
| Die Rote Bete | Angeschwitzt mit Tomatenmark und Essig für die tiefe Farbe |
| Der Kohl | Fein geschnittener Weißkohl gibt Biss und Volumen |
Zutaten für das Borsch Suppe Rezept
Für 6 große Schüsseln brauchst du eine ehrliche, bodenständige Zutatenliste. Die Rote Bete gibt es im Herbst besonders frisch und günstig, aber auch außerhalb der Saison funktioniert sie einwandfrei. Als Fleisch eignet sich Rinderbrust oder ein anderes Schmorfleischstück mit Knochen – es liefert das beste Aroma für die Brühe.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Rinderbrust oder Rindfleisch zum Kochen, am Stück | 600 g |
| Wasser | 2 l |
| Salz | 1 TL, plus mehr nach Geschmack |
| Rote Bete | 400 g, geschält |
| Weißkohl | 300 g |
| Kartoffeln, festkochend | 400 g |
| Karotten | 2 Stück |
| Zwiebel | 1 Stück |
| Tomatenmark | 2 EL |
| Essig (z. B. Weißweinessig) | 2 EL |
| Knoblauch | 2 Zehen |
| Lorbeerblätter | 2 Stück |
| Schwarzer Pfeffer | ½ TL |
| Öl | 2 EL, zum Anbraten |
| Schmand | 150 g, zum Servieren |
| Dill, frisch | 1 Bund, zum Servieren |
Die Rote Bete: Sie ist die Hauptdarstellerin und gibt der Suppe ihre unverwechselbare Farbe. Schäle sie mit Einmalhandschuhen – der Saft färbt stark – und raspel sie grob oder schneide sie in feine Streifen. Vorgegarte, vakuumierte Rote Bete funktioniert im Notfall auch, schmeckt aber weniger intensiv.
Das Fleisch: Rinderbrust oder ein Stück zum Kochen mit etwas Fett und Knochen liefert die aromatischste Brühe. Das Fleisch gart in der Suppe mit und wird am Ende gewürfelt zurückgegeben – so landet in jeder Schale etwas von dem zarten Fleisch.
Essig und Tomatenmark: Diese beiden Zutaten fixieren die rote Farbe der Bete. Die Säure verhindert, dass das Betanin – der rote Farbstoff – beim Garen verblasst. Deshalb kommt der Essig direkt ans Rote-Bete-Gemüse, bevor es in die Suppe wandert.
Der Knoblauch: Er kommt erst ganz zum Schluss in die fertige Suppe und wird nicht mehr mitgekocht. So bleibt sein Aroma frisch und würzig – ein typischer Trick aus der ukrainischen Küche.
Schritt-für-Schritt Zubereitung
Die kräftige Rinderbrühe kochen
Fleisch aufsetzen: Spüle das Rindfleisch kalt ab und lege es mit 2 Litern kaltem Wasser und 1 Teelöffel Salz in einen großen Topf. Bringe alles langsam zum Kochen und schöpfe den aufsteigenden Schaum mit einer Kelle ab – so wird die Brühe später schön klar. Dann die Hitze reduzieren und das Fleisch etwa 90 Minuten nur sanft simmern lassen. Es darf nicht sprudelnd kochen, sonst wird die Brühe trüb und das Fleisch zäh.
Zwischendurch vorbereiten: Während die Brühe köchelt, hast du reichlich Zeit für das Gemüse. Schäle die Rote Bete, die Kartoffeln und die Karotten, ziehe die äußeren Blätter vom Weißkohl ab und würfele die Zwiebel fein. Alles parat stellen – dann geht es später Schlag auf Schlag.
Rote Bete anschwitzen und Farbe sichern
Gemüse anbraten: Raspel die Rote Bete grob oder schneide sie in feine Streifen. Erhitze das Öl in einer großen Pfanne und schwitze Zwiebel und Karotten darin 3 bis 4 Minuten glasig an. Gib die Rote Bete dazu und brate alles weitere 8 bis 10 Minuten bei mittlerer Hitze, bis die Bete leicht weich wird.
Farbe fixieren: Rühre das Tomatenmark unter und röste es 1 Minute mit an, dann lösche mit den 2 Esslöffeln Essig ab. Diese Säure bewahrt das leuchtende Rot – ein Schritt, den du auf keinen Fall überspringen solltest. Stelle die Pfanne beiseite, bis sie gebraucht wird.
Kartoffeln und Kohl garen
Kartoffeln dazu: Nimm das gegarte Fleisch aus der Brühe und lege es auf einen Teller. Schneide die Kartoffeln in mundgerechte Würfel und gib sie in die kochende Brühe. Lasse sie etwa 10 Minuten garen – sie sollten noch leichten Biss haben, denn sie garen später weiter.
Weißkohl dazu: Schneide den Weißkohl in feine Streifen und gib ihn zu den Kartoffeln in den Topf. Weitere 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Kohl weich, aber nicht matschig ist. Er darf gerne noch ein bisschen Biss behalten.
Alles zusammenführen und abschmecken
Suppe vollenden: Rühre nun die angeschwitzte Rote-Bete-Mischung unter und gib die Lorbeerblätter dazu. Lasse die Suppe noch 10 Minuten bei kleiner Hitze ziehen – sie sollte jetzt nur noch sanft simmern, damit die Farbe kräftig bleibt. Nimm den Topf vom Herd.
Fleisch und Würze: Schneide das Rindfleisch in mundgerechte Würfel und gib es zurück in die Suppe. Schmecke kräftig mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf noch einem Schuss Essig ab – die Suppe darf eine angenehme, leicht säuerliche Note haben. Zum Schluss den fein gehackten Knoblauch unterrühren und die Suppe zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen, damit sich alle Aromen verbinden.
Servieren: Fülle die Suppe in tiefe Schalen, gib auf jede Portion einen großzügigen Klecks Schmand und streue frisch gehackten Dill darüber. Dazu passt dunkles Brot oder Knoblauchbrötchen – und wer mag, träufelt noch etwas gutes Öl darüber.
Tipps für den perfekten Borschtsch
- Brühe nie sprudelnd kochen: Nur sanftes Simmern hält die Brühe klar und das Fleisch zart. Einmal heftig aufgekocht, wird die Suppe trüb – das Auge isst schließlich mit.
- Essig nicht vergessen: Die Säure fixiert das Rot der Bete. Ohne Essig wird dein Borschtsch eher bräunlich als leuchtend rot – geschmacklich bleibt er gut, optisch verliert er.
- Reihenfolge einhalten: Kartoffeln brauchen am längsten, dann der Kohl, die Rote Bete kommt angeschwitzt zum Schluss. So ist am Ende alles gleichzeitig perfekt gar.
- Knoblauch erst am Ende: Wird er mitgekocht, verliert er sein frisches Aroma. Erst in der fertigen, vom Herd genommenen Suppe entfaltet er seinen vollen Charakter.
- Am zweiten Tag noch besser: Borschtsch schmeckt aufgewärmt oft sogar besser, weil sich die Aromen über Nacht verbinden. Koche also ruhig gleich die doppelte Menge.
- Kohl nicht zu weich kochen: Er sollte noch leicht Biss haben. Zu lange gekochter Kohl wird fade und matschig – 10 Minuten genügen völlig.
- Schmand erst auf dem Teller: Rühre den Schmand nicht in den Topf, sondern gib ihn portionsweise auf die Schale. So bleibt die Suppe schön rot und jeder dosiert selbst.
Leckere Variationen zum Ausprobieren
Vegetarischer Borschtsch: Lasse das Fleisch einfach weg und koche die Brühe mit einer kräftigen Gemüsebrühe statt Wasser. Für mehr Tiefe kannst du getrocknete Steinpilze mitkochen – sie geben ein wunderbar herzhaftes Aroma. Der Rest der Zubereitung bleibt identisch.
Polnische Variante: In Polen kommt oft zusätzlich Sauerkraut in den Borschtsch, was ihm eine angenehm säuerliche Note gibt. Ersetze dafür etwa ein Drittel des Weißkohls durch gut ausgedrücktes Sauerkraut und reduziere den Essig entsprechend.
Schnelle Feierabend-Version: Mit einer guten, kräftigen Rinderbrühe aus dem Glas und vorgegarter Roter Bete steht die Suppe in etwa 45 Minuten auf dem Tisch. Das Fleisch lässt du dann weg oder gibst gewürfeltes, bereits gegartes Rindfleisch dazu.
Noch mehr Suppenliebe: Wenn dir rote Suppen gefallen, schau dir unsere Rote Bete Suppe an – sie ist die cremig-pürierte, leichtere Schwester des Borschtsch. Und für alle Fans der osteuropäischen Küche ist auch unsere Soljanka Suppe einen Blick wert: deftig, säuerlich und herrlich würzig.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Borschtsch und Rote-Bete-Suppe?
Eine klassische Rote-Bete-Suppe wird meist püriert und cremig serviert – leicht und elegant. Borschtsch dagegen ist eine stückige, herzhafte Eintopfsuppe mit Weißkohl, Kartoffeln und oft Fleisch. Er sättigt deutlich mehr und schmeckt deftiger. Beide haben die Rote Bete gemeinsam, sind aber zwei völlig verschiedene Gerichte.
Kann ich den Borschtsch vorbereiten?
Ja, sogar sehr gut. Die fertige Suppe hält sich im Kühlschrank 3 bis 4 Tage und lässt sich hervorragend einfrieren – portionsweise in Dosen abgefüllt hast du immer eine wärmende Mahlzeit parat. Beim Aufwärmen nur sanft erhitzen, nicht stark aufkochen, damit die Farbe erhalten bleibt. Schmand und Dill gibst du immer erst frisch auf die servierte Schale.
Warum kommt Essig in den Borschtsch?
Der Essig hat zwei Aufgaben: Er fixiert das leuchtende Rot der Bete, indem er den Farbstoff Betanin stabilisiert, und er gibt der Suppe ihre typische, leicht säuerliche Note. Keine Sorge – vom Essiggeschmack bleibt am Ende nur eine angenehme Frische übrig, die perfekt zur süßlichen Bete passt.
Wie verhindere ich, dass die Rote Bete alles einfärbt?
Ganz ehrlich: Ein bisschen Färben gehört dazu – genau dafür liebt man den Borschtsch ja. Zum Schutz deiner Hände helfen Einmalhandschuhe beim Schälen und Raspeln. Flecken auf dem Schneidebrett entfernst du am besten sofort mit Zitronensaft oder Essig, bevor sie eintrocknen. Auf Kleidung hilft schnelles Einweichen in kaltem Wasser.
Fazit: Dieses Borsch Suppe Rezept gelingt garantiert
Dieses Borsch Suppe Rezept beweist, dass der berühmte Borschtsch kein Hexenwerk ist: eine sanft gekochte Brühe, angeschwitzte Rote Bete mit Essig und Tomatenmark, dazu Kohl und Kartoffeln – mehr braucht es nicht für eine Suppe, die satt macht, wärmt und richtig glücklich.
Nimm dir an einem kühlen Tag die Zeit, lass den Topf in Ruhe arbeiten und freu dich auf den Moment, wenn der erste Klecks Schmand in der tiefroten Suppe versinkt. Guten Appetit – oder wie man in Russland sagt: Priyatnogo appetita!
Borsch Suppe Rezept (Borschtsch mit Rindfleisch)
Zutaten
- 600 g Rinderbrust oder Rindfleisch zum Kochen am Stück
- 2 l Wasser für die Brühe
- 1 TL Salz plus mehr nach Geschmack
- 400 g Rote Bete geschält, grob geraspelt oder in Streifen
- 300 g Weißkohl in feinen Streifen
- 400 g Kartoffeln, festkochend in Würfeln
- 2 Stück Karotten geraspelt
- 1 Stück Zwiebel fein gewürfelt
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL Essig z. B. Weißweinessig
- 2 Zehen Knoblauch fein gehackt
- 2 Stück Lorbeerblätter
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- 2 EL Öl zum Anbraten
- 150 g Schmand zum Servieren
- 1 Bund Dill, frisch gehackt, zum Servieren
Anleitungen
- Das Rindfleisch kalt abspülen, mit 2 Litern kaltem Wasser und 1 Teelöffel Salz in einen großen Topf geben. Langsam zum Kochen bringen, den aufsteigenden Schaum mit einer Kelle abschöpfen, dann die Hitze reduzieren und das Fleisch etwa 90 Minuten nur sanft simmern lassen – es darf nicht sprudelnd kochen.
- Währenddessen die Rote Bete schälen und grob raspeln oder in feine Streifen schneiden. Kartoffeln schälen und würfeln, Karotten raspeln, Zwiebel fein würfeln und den Weißkohl in feine Streifen schneiden.
- Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebel sowie Karotten 3–4 Minuten glasig anschwitzen. Die Rote Bete dazugeben und 8–10 Minuten bei mittlerer Hitze mitbraten, bis sie leicht weich wird. Das Tomatenmark unterrühren, 1 Minute mitrösten und mit den 2 Esslöffeln Essig ablöschen. Beiseitestellen.
- Das gegarte Fleisch aus der Brühe nehmen und auf einen Teller legen. Die Kartoffelwürfel in die Brühe geben und etwa 10 Minuten garen, bis sie fast weich sind.
- Den Weißkohl zu den Kartoffeln geben und weitere 10 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Kohl weich ist, aber noch leichten Biss hat.
- Die angeschwitzte Rote-Bete-Mischung und die Lorbeerblätter unterrühren. Die Suppe noch 10 Minuten bei kleiner Hitze ziehen lassen – sie sollte jetzt nur noch sanft simmern, damit die rote Farbe erhalten bleibt.
- Das Rindfleisch in mundgerechte Würfel schneiden und zurück in die Suppe geben. Mit Salz, Pfeffer und bei Bedarf einem weiteren Schuss Essig kräftig abschmecken. Den fein gehackten Knoblauch unterrühren und die Suppe zugedeckt 10 Minuten ruhen lassen.
- Die Suppe in tiefe Schalen füllen, jede Portion mit einem Klecks Schmand und frisch gehacktem Dill garnieren. Dazu passt dunkles Brot oder Knoblauchbrötchen.




