Glühwein kalt trinken Rezept: Erfrischender Sommer-Glühwein selber machen

Glühwein kennt jeder – aber hast du ihn schon einmal eiskalt probiert? Dieses Glühwein kalt trinken Rezept verwandelt den beliebten Winterklassiker in einen erfrischenden Sommer-Drink: Rotwein, Zimt, Nelken und Sternanis werden sanft aromatisiert, vollständig durchgekühlt und dann über Eiswürfeln mit frischen Orangenscheiben serviert.

Das Ergebnis ist ein aromatisch-würziger Aperitif, der an lauen Sommerabenden, bei Grillpartys oder auf der Terrasse genauso gut ankommt wie der heiße Glühwein im Winter auf dem Weihnachtsmarkt. Ein wichtiger Hinweis gleich vorweg: Auch kalt serviert enthält dieses Getränk Alkohol – es ist also ausschließlich für Erwachsene ab 18 Jahren gedacht. Eine alkoholfreie Variante findest du weiter unten bei den Variationen.

Die Zubereitung ist denkbar einfach: etwa 25 Minuten aktive Zeit, dazu mehrere Stunden Kühlzeit im Kühlschrank, in denen sich die Gewürzaromen in Ruhe entfalten. Am besten bereitest du den kalten Glühwein schon am Vortag zu – dann schmeckt er am intensivsten und du hast am Tag der Party keinerlei Arbeit mehr.

Warum kalter Glühwein der Sommerhit ist

Klingt erst einmal ungewöhnlich: Glühwein im Sommer? Doch als kalter Glühwein – in manchen Bars auch als „Summer Glühwein“ bekannt – hat der Klassiker längst die warme Jahreszeit erobert. Das Prinzip ist genial einfach: Statt den gewürzten Wein heiß zu trinken, lässt man ihn nach dem Aromatisieren vollständig auskühlen und serviert ihn eiskalt über Eis.

Der große Vorteil gegenüber dem heißen Original: Du kannst den kalten Glühwein komplett vorbereiten und musst nicht am Herd stehen, während deine Gäste schon auf der Terrasse sitzen. Der Krug steht fertig gekühlt bereit, du füllst nur noch Gläser mit Eis auf und gießt ein. Dazu kommt, dass die Gewürze – Zimt, Nelken, Sternanis – in der kalten Version überraschend frisch und elegant wirken, fast wie ein guter Sangria mit weihnachtlicher Note.

Heißer Glühwein vs. kalter Glühwein im Vergleich

MerkmalHeißer GlühweinKalter Glühwein
Serviertemperatur60–70 °C, dampfend heißEiskalt, über Eiswürfeln
SaisonWinter und WeihnachtszeitSommer, Grillpartys, Terrasse
VorbereitungKurz vor dem Servieren erhitzenStunden vorher zubereiten und kühlen
GewürzcharakterWarm, intensiv, wärmendFrisch, elegant, fast wie Sangria
Passt dazuLebkuchen, Plätzchen, BratwurstFingerfood, Grillgut, Salate

Zutaten für das Glühwein kalt trinken Rezept

Für 6 Gläser kalten Glühwein brauchst du nur eine Handvoll Zutaten. Entscheidend ist die Qualität des Weins und der Gewürze – denn kalt serviert schmeckt man jede Nuance besonders deutlich heraus.

ZutatMenge
Rotwein, trocken750 ml
Orangensaft, frisch gepresst200 ml
Zucker80 g (oder 4 EL Honig)
Zimtstangen2 Stück
Nelken4 Stück
Sternanis2 Stück
Orange, unbehandelt1 Stück, in Scheiben
Eiswürfelreichlich, zum Servieren

Der Rotwein: Nimm einen trockenen, fruchtigen Rotwein, den du auch pur trinken würdest – zum Beispiel Dornfelder, Spätburgunder oder einen spanischen Tempranillo. Billiger Tafelwein rächt sich kalt serviert doppelt, denn Kälte verstärkt herbe und säuerliche Noten.

Die Gewürze: Ganze Gewürze sind Pflicht, gemahlene machen den Drink trüb. Zimtstangen, Nelken und Sternanis geben das klassische Glühweinaroma. Wer mag, ergänzt eine halbe Vanilleschote oder zwei Kardamomkapseln – aber übertreibe es nicht, die Gewürze sollen den Wein begleiten, nicht erschlagen.

Die Süße: Zucker oder Honig gleichen Säure und Tannine aus. Beginne mit der angegebenen Menge und schmecke nach dem Abkühlen ab – kalt wahrgenommene Süße wirkt schwächer als warme, deshalb darf der kalte Glühwein ruhig einen Tick süßer sein als sein heißes Pendant.

Schritt-für-Schritt Zubereitung

Gewürze sanft ausziehen lassen

Alles in den Topf geben: Gieße den Rotwein und den Orangensaft in einen großen Topf. Rühre den Zucker ein und lege die Zimtstangen, Nelken und den Sternanis dazu. Die Orangenscheiben kommen erst später dazu, damit sie nicht bitter werden.

Langsam erhitzen, niemals kochen: Erwärme die Mischung bei kleiner bis mittlerer Hitze, bis sie zu dampfen beginnt – etwa 70 Grad. Sie darf auf keinen Fall sprudelnd kochen: Bei über 78 Grad verflüchtigt sich der Alkohol, und die Gewürze entwickeln bittere Noten. Lasse alles etwa 15 Minuten bei kleiner Hitze sanft ziehen.

Abkühlen und kalt durchziehen lassen

Orangen dazu und abkühlen: Nimm den Topf vom Herd, gib die Orangenscheiben dazu und lasse alles bei Zimmertemperatur vollständig abkühlen. Rühre zwischendurch einmal um, damit sich der Zucker restlos löst.

Mindestens 4 Stunden kühlen: Gieße den Glühwein samt Gewürzen und Orangenscheiben in einen Krug oder eine Karaffe, decke ihn ab und stelle ihn für mindestens 4 Stunden – idealerweise über Nacht – in den Kühlschrank. In dieser Zeit verbinden sich Wein und Gewürzaromen zu einem runden, harmonischen Gesamtbild.

Eiskalt servieren

Abseihen: Nimm die Gewürze und die Orangenscheiben heraus und gieße den kalten Glühwein durch ein feines Sieb, damit keine Nelken oder Gewürzstücke im Glas landen.

Über Eis gießen: Fülle hohe Gläser oder Weingläser großzügig mit Eiswürfeln – etwa zu zwei Dritteln – und gieße den eiskalten Glühwein darüber. Garniere jedes Glas mit einer frischen Orangenscheibe und nach Belieben einer Zimtstange. Sofort servieren und genießen!

Tipps und Tricks für den perfekten kalten Glühwein

  • Niemals kochen lassen: Das ist die wichtigste Regel überhaupt. Sobald der Wein kocht, verliert er Alkohol und Aroma. Ein Küchenthermometer hilft – bei 70 Grad ist Schluss.
  • Geduld bei der Kühlzeit: Die mindestens 4 Stunden im Kühlschrank sind keine Option, sondern Pflicht. Erst in der Kälte entfaltet sich das volle Aroma, frisch zubereitet schmeckt der Drink noch unausgewogen.
  • Eiswürfel nicht sparen: Kalter Glühwein lebt von der Eiseskälte. Fülle die Gläser wirklich großzügig – schmelzendes Eis verdünnt den Drink zwar leicht, hält ihn aber lange erfrischend kalt.
  • Nach dem Abkühlen abschmecken: Süße und Säure wirken kalt anders als warm. Schmecke erst nach der Kühlzeit final ab und gib bei Bedarf noch einen Löffel Honig oder einen Spritzer Orangensaft dazu.
  • Ganze Gewürze verwenden: Gemahlener Zimt oder Nelkenpulver machen den Drink trüb und sandig. Ganze Stangen und Sterne lassen sich außerdem sauber wieder herausfischen.
  • Bio-Orangen nehmen: Da die Scheiben mitsamt Schale im Getränk ziehen, greife unbedingt zu unbehandelten Bio-Orangen und wasche sie vorher gründlich mit heißem Wasser ab.

Leckere Variationen zum Ausprobieren

Alkoholfreie Variante: Ersetze den Rotwein durch 750 ml dunklen Traubensaft und gib zusätzlich 200 ml stark aufgebrühten, abgekühlten Früchtetee (zum Beispiel Hagebutte oder Waldbeere) dazu. Die Zubereitung bleibt gleich – nur darf die Mischung hier kurz aufkochen, da kein Alkohol erhalten werden muss. Auch diese Version ist ein toller Sommer-Drink für alle, die auf Alkohol verzichten.

Weißer kalter Glühwein: Tausche den Rotwein gegen einen trockenen Weißwein und die Orange gegen Zitrone. Dazu passen Vanille und ein Zweig Rosmarin besonders gut – das Ergebnis ist heller, zitrischer und noch sommerlicher.

Spritzige Variante: Fülle die Gläser nur zu zwei Dritteln mit kaltem Glühwein und toppe mit gut gekühltem Mineralwasser oder Tonic Water auf. So wird der Drink leichter, spritziger und perfekt als Sundowner.

Für kalte Tage: Wenn draußen doch wieder der Winter einzieht, servierst du den gewürzten Wein einfach heiß: Unser klassisches Glühwein Rezept zeigt dir, wie der heiße Original-Glühwein perfekt gelingt – mit den gleichen Gewürzen, aber dampfend serviert.

Das passt dazu: Wer hausgemachte Getränke liebt, sollte unbedingt auch unser Limencello Rezept ausprobieren – der italienische Zitronenlikör ist der perfekte Digestivo nach einem Glas kaltem Glühwein.

FAQ

Ist kalter Glühwein einfach nur abgekühlter heißer Glühwein?

Fast – aber mit zwei wichtigen Unterschieden: Erstens wird er etwas süßer abgeschmeckt, weil Kälte die Süßwahrnehmung dämpft. Zweitens braucht er die lange, kalte Ziehzeit von mindestens 4 Stunden, in der sich die Aromen erst richtig verbinden. Einfach heißen Glühwein abkühlen zu lassen, funktioniert also, schmeckt aber weniger harmonisch als dieses Rezept.

Wie lange ist kalter Glühwein haltbar?

Abgeseiht und gut verschlossen hält sich der kalte Glühwein im Kühlschrank etwa 4 bis 5 Tage. Die Gewürze solltest du nach der Ziehzeit unbedingt entfernen, sonst wird der Geschmack mit der Zeit bitter. Eingefroren – zum Beispiel in Eiswürfelbehältern – hält er sich sogar mehrere Wochen und kühlt später andere Drinks, ohne sie zu verwässern.

Kann man kalten Glühwein auch ohne Alkohol machen?

Ja, die alkoholfreie Variante mit Traubensaft und Früchtetee (siehe Variationen oben) schmeckt ebenfalls hervorragend und ist auch für Kinder, Schwangere und alle geeignet, die auf Alkohol verzichten. Wichtig: Die Version mit Wein ist und bleibt ein alkoholisches Getränk – auch eiskalt serviert – und gehört deshalb nur in Erwachsenenhände.

Welcher Wein eignet sich am besten für kalten Glühwein?

Ein trockener, fruchtbetonter Rotwein mit weichen Tanninen – etwa Dornfelder, Spätburgunder, Merlot oder Tempranillo. Schwere, tanninreiche Weine wie Cabernet Sauvignon wirken kalt schnell herb und kantig. Die Faustregel: Nimm einen Wein, den du auch gerne pur trinken würdest – die Qualität schmeckt man im fertigen Drink deutlich heraus.

Fazit: Glühwein kalt trinken Rezept für den Sommer

Dieses Glühwein kalt trinken Rezept beweist: Glühwein ist längst nicht mehr nur etwas für frostige Winterabende. Als eiskalter Sommer-Drink mit Zimt, Nelken, Sternanis und Orange bringt er das Beste aus beiden Welten zusammen – würzige Tiefe und erfrischende Kühle in einem Glas.

Bereite ihn am Vortag in Ruhe zu, stelle den Krug kalt und überrasche deine Gäste mit einem Aperitif, den garantiert noch nicht jeder kennt. Ob zur Grillparty, zum Sundowner auf der Terrasse oder einfach als Feierabend-Drink: Kalter Glühwein ist die Entdeckung des Sommers. Viel Spaß beim Ausprobieren – und denk daran: nur für Erwachsene!

Kalter Glühwein

Gewürzter Rotwein mit Zimt, Nelken und Sternanis – sanft aromatisiert, eiskalt über Eis mit Orange serviert. Der Sommer-Drink für Glühwein-Fans.
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Gesamtzeit 25 Minuten
Gericht Getränk
Portionen 6 Gläser
Kalorien 180 kcal

Zutaten
  

  • 750 ml Rotwein trocken, z. B. Dornfelder oder Spätburgunder
  • 200 ml Orangensaft frisch gepresst
  • 80 g Zucker oder 4 EL Honig
  • 2 Stück Zimtstangen
  • 4 Stück Nelken
  • 2 Stück Sternanis
  • 1 Stück Orange unbehandelt, in Scheiben
  • Eiswürfel reichlich, zum Servieren

Anleitungen
 

  • Rotwein und Orangensaft in einen großen Topf geben, Zucker einrühren und Zimtstangen, Nelken sowie Sternanis dazulegen.
  • Die Mischung bei kleiner bis mittlerer Hitze langsam erwärmen, bis sie zu dampfen beginnt (ca. 70 Grad) – auf keinen Fall sprudelnd kochen lassen. Etwa 15 Minuten bei kleiner Hitze sanft ziehen lassen.
  • Den Topf vom Herd nehmen, die Orangenscheiben dazugeben und alles bei Zimmertemperatur vollständig abkühlen lassen.
  • Den Glühwein samt Gewürzen und Orangenscheiben in einen Krug füllen, abdecken und mindestens 4 Stunden – idealerweise über Nacht – im Kühlschrank durchziehen lassen.
  • Gewürze und Orangenscheiben entfernen und den kalten Glühwein durch ein feines Sieb gießen.
  • Gläser großzügig mit Eiswürfeln füllen, den eiskalten Glühwein darüber gießen und mit frischen Orangenscheiben sowie einer Zimtstange garniert sofort servieren.

Notizen

Nur für Erwachsene ab 18 Jahren – dieses Rezept enthält Alkohol. Kühlzeit: mindestens 4 Stunden, idealerweise über Nacht (nicht in der Gesamtzeit enthalten). Die alkoholfreie Variante mit Traubensaft und Früchtetee findest du im Artikel bei den Variationen.

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