Von tiefrotem Borschtsch über deftige Soljanka bis zur erfrischenden Okroschka: Dieses russische Suppe Rezept ist eigentlich sieben Rezepte in einem. Die russische Küche ist berühmt für ihre Suppen – sie stehen fast täglich auf dem Tisch, wärmen an kalten Wintertagen und bringen mit Rote Bete, Gurken, Dill, Schmand und herzhaften Einlagen unglaublich viel Geschmack in die Schüssel. In diesem Artikel findest du sieben russische Suppen, die du alle zu Hause nachkochen kannst, vom schnellen Klassiker für den Feierabend bis zur festlichen Suppe für Gäste.
Das Schöne an der russischen Suppenküche ist ihre Ehrlichkeit: Es wird gekocht, was der Vorrat hergibt – Wurzelgemüse, Kohl, Kartoffeln, Gurken aus dem Glas und ein Klecks Schmand zum Servieren. Viele der Suppen schmecken am zweiten Tag sogar noch besser, weil die Aromen über Nacht durchziehen. Und fast alle lassen sich gut vorbereiten, portionsweise einfrieren oder für die ganze Familie in einem großen Topf kochen.
Russische Suppe Rezept – die 7 besten Klassiker im Überblick
Alle sieben Suppen in diesem russische Suppe Rezept ergeben jeweils 4 Portionen. Die Zutatenmengen sind Richtwerte – passe Salz, Säure und Schärfe einfach an deinen Geschmack an. Frischer Dill gehört bei fast allen russischen Suppen dazu und sollte erst kurz vor dem Servieren über die Schüssel gestreut werden. Schmand wird traditionell nicht in den Topf gerührt, sondern als Klecks auf jede Portion gesetzt.
1. Borschtsch – die berühmteste russische Suppe mit Rote Bete
Der Borschtsch ist das Aushängeschild der russischen Küche: tiefrot, herzhaft und wunderbar sättigend. Rote Bete gibt ihm Farbe und eine feine, erdige Süße, Weißkohl und Kartoffeln machen ihn zur vollwertigen Mahlzeit. Dazu gehören unbedingt ein Klecks Schmand, frischer Dill und eine Scheibe dunkles Roggenbrot. Wer ihn einmal selbst gekocht hat, versteht sofort, warum diese Suppe in ganz Osteuropa geliebt wird.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Rote Bete, roh | 500 g |
| Weißkohl | 300 g |
| Kartoffeln | 400 g |
| Möhren | 2 Stück |
| Zwiebel | 1 große |
| Rinder- oder Gemüsebrühe | 1,5 Liter |
| Tomatenmark | 2 EL |
| Essig oder Zitronensaft | 2 EL |
| Knoblauch | 2 Zehen |
| Schmand und Dill | zum Servieren |
- Gemüse vorbereiten: Rote Bete schälen und grob raspeln oder in feine Streifen schneiden. Kohl in Streifen, Kartoffeln in Würfel und Möhren in Scheiben schneiden, die Zwiebel fein würfeln.
- Anschwitzen: Zwiebel und Möhren in etwas Öl glasig dünsten, Tomatenmark unterrühren und kurz anrösten, bis es dunkelrot duftet.
- Brühe aufgießen: Mit der Brühe ablöschen, Rote Bete, Kohl und Kartoffeln zugeben und alles zugedeckt etwa 35 Minuten sanft köcheln lassen.
- Abschmecken: Essig oder Zitronensaft, gepressten Knoblauch, Salz und Pfeffer zugeben und weitere 5 Minuten ziehen lassen.
- Servieren: In tiefe Teller füllen, je einen Klecks Schmand daraufsetzen und mit Dill bestreuen. Dazu passt Roggenbrot.
Das ausführliche Rezept mit allen Tipps findest du in unserem Borschtsch Suppe Rezept.
2. Soljanka – deftige russische Suppe mit Wurst und Gurken
Die Soljanka ist die Suppe für alle, die es deftig und pikant mögen: geräucherte Wurst, saure Gurken, Oliven und Kapern in einer sauer-würzigen Brühe. Ihr Markenzeichen ist die kräftige Säure, die den Appetit weckt und perfekt zu kalten Tagen passt. Serviert wird sie traditionell mit einer Zitronenscheibe, einem Klecks Schmand und viel Dill.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Gemischte Wurst und Schinken | 400 g |
| Saure Gurken | 4 Stück |
| Gurkenwasser | 100 ml |
| Zwiebeln | 2 Stück |
| Tomatenmark | 3 EL |
| Rinder- oder Gemüsebrühe | 1,5 Liter |
| Schwarze Oliven | 80 g |
| Kapern | 2 EL |
| Zitrone und Schmand | zum Servieren |
- Wurst anbraten: Die Wurst in Scheiben oder Würfel schneiden und in etwas Öl 4 bis 5 Minuten anbraten, bis sie leicht gebräunt ist. Herausnehmen und beiseitestellen.
- Basis bauen: Im selben Topf die Zwiebeln glasig dünsten, Tomatenmark 2 Minuten dunkel anrösten und die geschnittenen Gurken kurz mitdünsten.
- Köcheln lassen: Mit Brühe ablöschen, die Wurst zurückgeben und die Suppe 20 Minuten sanft köcheln lassen.
- Pikant abschmecken: Gurkenwasser, Kapern und Oliven zugeben, weitere 5 Minuten köcheln und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.
- Servieren: 10 Minuten ziehen lassen, dann mit Zitronenscheibe, Schmand und Dill servieren.
Alle Details und Varianten stehen in unserem Soljanka Suppe Rezept.
3. Okroschka – kalte russische Suppe mit Kefir
Die Okroschka ist die russische Antwort auf heiße Sommertage: eine kalte Suppe auf Kefirbasis mit Gurken, Radieschen, Eiern, Kartoffeln und viel Dill. Sie wird nicht gekocht, sondern nur geschnippelt und kalt angerührt – in 20 Minuten fertig und herrlich erfrischend. Wer sie einmal probiert hat, versteht, warum sie in Russland den ganzen Sommer über auf den Tisch kommt.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Kefir | 1 Liter |
| Gurken | 2 Stück |
| Radieschen | 1 Bund |
| Kartoffeln, gekocht | 300 g |
| Eier, hart gekocht | 3 Stück |
| Gekochter Schinken oder Wurst | 200 g |
| Dill und Frühlingszwiebeln | je 1 Bund |
| Senf und Zitronensaft | nach Geschmack |
- Zutaten schneiden: Gurken, Radieschen, Kartoffeln, Eier und Schinken in kleine, gleichmäßige Würfel schneiden. Dill und Frühlingszwiebeln fein hacken.
- Würzen: Alles in eine große Schüssel geben, mit Salz, etwas Senf und einem Spritzer Zitronensaft würzen.
- Kefir zugeben: Den kalten Kefir darüber gießen und alles gut verrühren. Bei Bedarf mit etwas kaltem Mineralwasser verdünnen.
- Kalt stellen: Die Okroschka mindestens 30 Minuten im Kühlschrank durchziehen lassen.
- Servieren: In gekühlte Schalen füllen und mit extra Dill und Radieschenscheiben garnieren.
Das vollständige Rezept findest du in unserem Okroschka Suppe Rezept.
4. Pelmeni-Suppe – russische Teigtaschen in herzhafter Brühe
Pelmeni sind kleine, mit Fleisch gefüllte Teigtaschen – und in einer kräftigen Brühe mit Zwiebeln, Möhren und Lorbeer werden sie zur wärmenden Suppe. Dieses Gericht ist in Russland echtes Seelenfutter: Die Teigtaschen garen direkt in der Brühe und geben ihr dabei zusätzlich Geschmack. Mit einem Klecks Schmand und schwarzem Pfeffer serviert, ist die Pelmeni-Suppe ein unkompliziertes Familienessen.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Pelmeni (tiefgekühlt oder frisch) | 500 g |
| Rinder- oder Hühnerbrühe | 1,5 Liter |
| Zwiebel | 1 Stück |
| Möhre | 1 Stück |
| Lorbeerblätter | 2 Stück |
| Knoblauch | 1 Zehe |
| Schmand und Dill | zum Servieren |
- Brühe vorbereiten: Die Brühe mit der gewürfelten Zwiebel, der in Scheiben geschnittenen Möhre und den Lorbeerblättern aufkochen.
- Pelmeni garen: Die Pelmeni in die kochende Brühe geben und bei mittlerer Hitze 7 bis 10 Minuten garen, bis sie an die Oberfläche steigen.
- Würzen: Gepressten Knoblauch zugeben und mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
- Ziehen lassen: Den Topf vom Herd nehmen und die Suppe 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen.
- Servieren: In tiefe Teller füllen, mit Schmand und Dill servieren.
Schritt für Schritt erklärt ist das Ganze in unserem Pelmeni Suppe Rezept.
5. Stroganoff-Suppe – cremig, herzhaft und in 45 Minuten fertig
Die Stroganoff-Suppe bringt den berühmten Rindfleisch-Klassiker in die Schüssel: zarte Rindfleischstreifen, Champignons und Zwiebeln in einer cremigen, mit Schmand verfeinerten Brühe. Sie schmeckt festlich, ist aber in 45 Minuten gekocht und damit auch für den Alltag geeignet. Ein Löffel Senf und etwas Paprikapulver geben ihr die typische, leicht pikante Tiefe.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Rindfleisch (z. B. Hüfte), in Streifen | 500 g |
| Champignons | 300 g |
| Zwiebeln | 2 Stück |
| Rinderbrühe | 1 Liter |
| Schmand | 200 g |
| Senf | 1 EL |
| Paprikapulver, edelsüß | 1 TL |
| Essiggurken, fein gewürfelt | 2 Stück |
| Dill | zum Servieren |
- Fleisch anbraten: Die Rindfleischstreifen portionsweise in heißem Öl scharf anbraten, bis sie gebräunt sind. Herausnehmen und beiseitestellen.
- Pilze und Zwiebeln: Champignons und Zwiebeln im selben Topf anbraten, Paprikapulver unterrühren und kurz mitrösten.
- Brühe aufgießen: Mit der Rinderbrühe ablöschen, das Fleisch zurückgeben und 20 Minuten sanft köcheln lassen.
- Creme einrühren: Den Topf vom Herd nehmen, Schmand und Senf unterrühren und nicht mehr kochen lassen, damit der Schmand nicht gerinnt.
- Servieren: Die gewürfelten Essiggurken unterheben oder darüber streuen, mit Dill servieren. Dazu passen Nudeln oder Kartoffeln.
Das ausführliche Rezept steht in unserem Stroganoff Suppe Rezept.
6. Rassolnik – russische Gewürzgurken-Suppe mit Graupen
Der Rassolnik ist eine der ältesten russischen Suppen und lebt von seiner angenehmen Säure: Saure Gurken und ein Schuss Gurkenwasser geben der Brühe ihren unverwechselbaren Charakter. Dazu kommen Kartoffeln, Möhren und traditionell Graupen, die die Suppe herrlich sämig und sättigend machen. Wer saure Gurken mag, wird diese Suppe lieben.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Saure Gurken | 4 Stück |
| Gurkenwasser | 100 ml |
| Graupen (Perlgraupen) | 80 g |
| Kartoffeln | 400 g |
| Möhren | 2 Stück |
| Zwiebel | 1 Stück |
| Rinder- oder Gemüsebrühe | 1,5 Liter |
| Schmand und Dill | zum Servieren |
- Graupen kochen: Die Graupen in der Brühe 20 Minuten vorgaren, bis sie fast weich sind.
- Gemüse zugeben: Kartoffelwürfel, Möhrenscheiben und die gewürfelte Zwiebel zugeben und weitere 15 Minuten köcheln lassen.
- Gurken zugeben: Die Gurken fein würfeln, mit dem Gurkenwasser in die Suppe geben und 10 Minuten mitköcheln lassen.
- Abschmecken: Mit Salz und Pfeffer würzen – vorsichtig salzen, denn Gurken und Gurkenwasser bringen bereits Salz mit.
- Servieren: Mit einem Klecks Schmand und frischem Dill servieren.
Alle Tipps dazu findest du in unserem Gewürzgurken Suppe Rezept.
7. Schtschi – russische Kohlsuppe für jeden Tag
Die Schtschi ist die Alltagssuppe Russlands schlechthin: Weißkohl, Kartoffeln und Möhren in einer klaren, herzhaften Brühe, oft mit etwas Fleisch oder vegetarisch gekocht. Sie ist schlicht, ehrlich und unglaublich wandelbar – im Sommer mit frischem Kohl leicht und frisch, im Winter mit Sauerkraut deftig und säuerlich. Ein Gericht, das zeigt, wie viel Geschmack in einfachen Zutaten steckt.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Weißkohl | 500 g |
| Kartoffeln | 400 g |
| Möhren | 2 Stück |
| Zwiebel | 1 Stück |
| Rinder- oder Gemüsebrühe | 1,5 Liter |
| Tomaten oder Tomatenmark | 2 Stück oder 2 EL |
| Lorbeerblatt | 1 Stück |
| Schmand und Dill | zum Servieren |
- Kohl vorbereiten: Den Weißkohl in feine Streifen schneiden, Kartoffeln würfeln, Möhren in Scheiben und die Zwiebel fein würfeln.
- Anschwitzen: Zwiebel und Möhren in etwas Öl glasig dünsten, Tomaten oder Tomatenmark zugeben und kurz mitrösten.
- Köcheln lassen: Mit Brühe ablöschen, Kohl, Kartoffeln und Lorbeer zugeben und 30 Minuten sanft köcheln lassen, bis alles weich ist.
- Abschmecken: Mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Essig oder Zitronensaft würzen.
- Servieren: Das Lorbeerblatt entfernen, mit Schmand und Dill servieren. Dazu passt Roggenbrot.
Eine ähnliche Kohlsuppe findest du in unserem Weißkohl Suppe Rezept.
Tipps für russische Suppen
- Schmand erst auf dem Teller: Rühre den Schmand nicht in den Topf, sondern setze ihn als Klecks auf jede Portion. So bleibt er cremig und jeder kann selbst dosieren.
- Dill ist Pflicht: Frischer Dill gehört zu fast jeder russischen Suppe. Streue ihn erst kurz vor dem Servieren darüber, damit sein Aroma frisch bleibt.
- Säure schrittweise dosieren: Gurkenwasser, Essig oder Zitrone immer portionsweise zugeben und zwischendurch abschmecken – nachwürzen geht immer, zurücknehmen nicht.
- Am zweiten Tag noch besser: Borschtsch, Soljanka und Schtschi schmecken aufgewärmt oft noch intensiver, weil die Aromen über Nacht durchziehen. Im Kühlschrank halten sie sich 3 Tage.
- Roggenbrot dazu: Dunkles Roggen- oder Bauernbrot ist die klassische Beilage zu fast allen russischen Suppen und macht aus der Schüssel eine volle Mahlzeit.
Häufige Fragen zu russischen Suppen
Welche russische Suppe ist die bekannteste?
Der Borschtsch ist international die bekannteste russische Suppe – tiefrot durch Rote Bete, herzhaft mit Kohl und Kartoffeln und traditionell mit Schmand und Dill serviert. In Russland selbst sind aber auch Soljanka, Schtschi und Okroschka absolute Alltags-Klassiker, die in fast jeder Familie regelmäßig auf den Tisch kommen.
Kann man russische Suppen vegetarisch kochen?
Ja, fast alle lassen sich problemlos vegetarisch zubereiten: Einfach Rinderbrühe durch Gemüsebrühe ersetzen und Fleischeinlagen weglassen oder durch Pilze, Tofu oder mehr Gemüse ersetzen. Borschtsch, Schtschi und Rassolnik schmecken vegetarisch genauso voll und herzhaft, wenn die Brühe kräftig gewürzt ist.
Lassen sich russische Suppen einfrieren?
Ja, die meisten gekochten Suppen wie Borschtsch, Soljanka oder Schtschi lassen sich portionsweise einfrieren und halten sich so bis zu 3 Monate. Schmand, Dill und Zitronenscheiben kommen immer erst frisch beim Servieren dazu. Die kalte Okroschka dagegen sollte frisch zubereitet und nicht eingefroren werden.
Was serviert man zu russischen Suppen?
Klassisch dazu gehören dunkles Roggenbrot oder Bauernbrot, ein Klecks Schmand und frischer Dill. Zu Borschtsch passen außerdem kleine Knoblauchbrötchen, zur Soljanka eine Zitronenscheibe. Wer mag, reicht noch einen einfachen Salat aus Gurken und Tomaten dazu.
Fazit: Sieben Suppen, ein Stück russische Gastfreundschaft
Dieses russische Suppe Rezept zeigt, wie vielfältig die russische Suppenküche ist: vom tiefroten Borschtsch über die pikante Soljanka und die kalte Okroschka bis zur schlichten Schtschi – jede Suppe hat ihren eigenen Charakter, und alle wärmen, sättigen und machen glücklich. Probiere dich am besten durch alle sieben und finde deine Lieblingssuppe für kalte und warme Tage.
Mein Tipp: Koche gleich die doppelte Menge deiner Lieblingssuppe – die meisten russischen Suppen schmecken am zweiten Tag noch besser und lassen sich hervorragend einfrieren. So hast du an stressigen Tagen immer ein Stück herzhafte Wärme im Vorrat. Viel Freude beim Nachkochen und guten Appetit!



